Working Class Artist – Stammtisch #2

Der Working Class Artists – Stammtisch lädt alle ArbeiterInnenkinder im Kulturbereich, und alle die in diesem Bereich von Klassismus betroffen sind und waren, dazu ein, ins Gespräch zu kommen. Das offene Treffen soll einen Raum für Austausch und Empowerment geben und in Zukunft regelmäßig stattfinden.Klassismus bezeichnet die Diskriminierung aufgrund der sozio-ökonomischen Herkunft oder Position in der Gesellschaft. Kaum ein gesellschaftlicher Bereich oder eine Institution ist nicht von Klassismus geprägt.Lasst uns über unsere Erfahrungen sprechen.
Wie äußert sich klassistische Ausgrenzung im Kulturbereich? Was ist unsere gelebte Klassenerfahrung? Was wollen wir verändern? Wie können wir uns solidarisieren und aktiv werden?Der Working Class Artists – Stammtisch wird initiiert von der Hamburger Tänzerin und Choerografin Verena Brakonier, die sich in ihrer aktuellen Recherche CLASS MATTERS – IMMER NOCH mit Klassismus in Kunst und Kultur auseinandersetzt. Wir treffen uns am 24.06. um 19.30h online
hier: https://meet.jit.si/WorkingClassArtists-StammtischDie Idee ist inspiriert von dem Working Class Stammtisch den @Sahar Rahimi beim Impulse Theater Festival angeboten hat.
Ihr seid alle herzlich eingeladen mitzugestalten und das Format weiter zu denken. Hier auch eine Zusammenfassung über die Akademie „Zeige deine Klasse“ die ebenfalls beim Festival stattgefunden hat : https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm%3Aaudio_id=838969&fbclid=IwAR1QsdgjYNi32gjM-Aq8VvFTAk0EcfeM2I__Qqd0yeHl3EHzxHJFKiP0BqUDieses Treffen richtet sich in erster Linie an Personen mit so genannter Working Class und Poverty Class Herkunft, die in diesem Bereich Erfahrungen gemacht haben, um einen so weit es geht geschützten Raum aufzumachen. Wir können uns gerne austauschen darüber, in wie weit das Online möglich ist und wie wir das herstellen können. Bis bald Verena Brakonier
(Ein anderes Mal hoffentlich live in Hamburg)

Aus einem Interview mit Sahar Rahimi (Monstertruck): 
„Meine Fragestellung ist: Wie können wir zu einem Theater kommen, das so etwas wie eine Arbeiterkultur stark machen kann? In dem sie nicht immer ein Makel und mit Scham verbunden ist, sondern mit Stolz-Sein, eine Art von Empowerment-Bewegung. Es gibt die feministischen Bewegungen, es gibt die antirassistischen Bewegungen, die finden im Theater ihren Ort mittlerweile zum Glück, das ist auch wichtig und gut. Aber die Frage nach der Klassenzugehörigkeit, die ist so umfassend, die hat noch nicht ihren Platz. Zumindest im freien Theater, wo ich mitreden kann. Das passiert jetzt so langsam und das finde ich total wichtig.““Also die Frage: Warum haben die Leute, die in Machtpositionen sind, oft einen guten Hintergrund? Das hat ganz viel mit Chancen, mit unserem Bildungssystem zu tun. Das fördert sehr stark Ungleichheit. Aber es hat auch ganz viel mit unsichtbaren Codes zu tun, die man erfüllt oder nicht. Die Art und Weise, wie man einen Raum betritt. Wie viel Redezeit man einnimmt. Oder wie viel Raum man sich selber gibt. Das bin ich einfach nicht gewöhnt. Meine Eltern haben mir nicht vorgelebt, wie ich einen Ort betrete und Raum einnehme, Diskussionszeit oder Platz einnehme.“Christian Baron: „Dass ich Journalist werden konnte, lag nicht in erster Linie an Fleiß oder Talent. Es lag daran, dass ich Schulden in Kauf nahm, dass ich Unsicherheiten aushielt – vor allem aber lag es daran, dass ich die ‚richtigen‘ Leute traf. Zufall und Mut statt Neugier und Bildungshunger. So läuft das in der Klassengesellschaft.“

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