Über

Class Matters (immer noch) ist eine künstlerische Recherche zum Thema Klassismus.

In der Recherche beschäftigen wir uns intensiv mit dem vielschichtigen Thema Klassismus und suchen Ideen sowie Ansätze für einen künstlerischen Ausdruck.

Ich möchte auf Klassismus, als einer noch relativ unbeachteten Form der Diskriminierung, aufmerksam machen. Für mich ist es wichtig mich künstlerisch diesem Thema zu stellen, weil sich gerade im Theater und Kunstbetrieb zeigt, wie die soziale Herkunft den Lebensweg eines Menschen immer noch prägt.

Wer studiert Kunst, wer macht Theater oder Tanz?
Es sind vor allem Menschen aus akademischen und sozial höhergestellten Haushalten mit uneingeschränktem Zugang zu Bildung und Ressourcen. Diese Problematik schaue ich mir zusammen mit Greta Granderath genauer an. Ein mögliches Rechercheergebnis könnte der Entwurf für einen Solo-Tanzabend des Empowerments bzw. der künstlerischen Auseinandersetzung mit Herkunft und sozialer Prägung sein.

Als Tänzerin möchte ich mich dem Thema mit meinen Mitteln auch über den Körper annähern. Ein Interesse liegt darin, wie soziales Umfeld und Herkunft sich im Körper manifestieren. Neben einem inhaltlichen Teil, werden in einer choreographischen Recherche, erste Bilder und Bewegungsansätze entstehen.

In einem öffentlichen Teil, in der Residenz im Fleetstreet Theater Hamburg im Januar/Februar 2021 planen wir eine Lesung, eine Buchvorstellung und einen Sonntags – „Saloon“ mit unterschiedlichen Beiträgen zum Thema.

Die Bar wird regelmäßig geöffnet und unsere Recherchematerialien werden zugänglich gemacht – sei es in Form einer anti-bürgerlichen Bibliothek, eines selbstentwickelten Privilegien-Computer-Spiels, einer Videoprojektion oder eines DJ-Sets zum Thema “Class & Money”. Unter den Besucher*innen wird eine spielerische Befragung zu Herkunft und Geld durchgeführt. Die Ergebnisse werden Teil einer wachsenden Installation, die immer wieder auch performativ bespielt wird.

Infos zu den Veranstaltungen findet ihr hier: Veranstaltungen

VERENA BRAKONIER ist Arbeiterkind und wuchs in einem kleinen Dorf in Rheinland – Pfalz, in einer Autowerkstatt auf und hatte Glück, dass Außenstehende ihre Freude an Bewegung erkannten. Sie studierte Bühnentanz an der Folkwang Universität der Künste. Sie arbeitete u.a. mit Martin Nachbar, Antje Pfundtner, Jonas Woltemate, Moritz Frischkorn und Trajal Harrell und hat auf Festivals wie, „Tanz im August“, Berlin, „Ruhrtriennale“, Essen, und „Impuls Tanz“, Wien performt. 2013 hat sie die Nachwuchsförderung der Stadt Hamburg bekommen und zeigte ihr Solo VERWÖRTERN im K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg auf Kampnagel. Darauf folgte ein Stipendium beim Festiival ImpulsTanz Wien, „Dance Web“ und die achtmonatige K3 – Residenz und zeigte hier ihr Solo „Sprachloch“. Seit 2011 ist sie aktives Mitglied der Probebühne im Gängeviertel. 2018 war sie Teil von TreffenTotal, einem kollaborativen Format für 25 KünstlerInnen, gefördert durch den Elbkulturfond. Sie arbeitet außerdem als somatischer Coach und recherchiert gemeinsam mit Greta Granderath zum Thema Klassismus. Seit 8 Jahren lebt sie in Hamburg.

GRETA GRANDERATH ist Akademikerkind, Theatermacherin und Autorin. Sie studierte Literatur- und Theaterwissenschaft (FU Berlin) und Performance Studies (Universität Hamburg) und arbeitet anschließend in der Dramaturgie der Ruhrtriennale. Seit 2012 ist sie in Hamburg freischaffend tätig. Sie kooperierte u.a. mit Forced Entertainment, Fundus Theater Hamburg, Swoosh Lieu, Regina Rossi, Jonas Woltemate und TREFFEN TOTAL. Zuletzt realisierte sie OR ONE DANCING (K3|Tanzplan Hamburg, 2013) mit Hannah Georgi PRIVATE DANCER (K3, 2015) und mit Juliana Oliveira das performative Kneipenprojekt DIE PALETTE (Gängeviertel, 2017) sowie die fortlaufende Performance-Serie o.T. zu privater Analogfotografie. Ihre Texte veröffentlichte Greta Granderath in Zeitschriften und Anthologien sowie im WDR; sie erhielt ein Hörspielstipendium der Film- und Medienstiftung NRW sowie ein Schreibstipendium der Kulturbehörde Hamburg in Justiniac/Frankreich. Seit der Gründung 2010 engagiert sie sich in der Probebühne im Gängeviertel.

Die Recherche wird gefördert durch den im März 2020 ins Leben gerufenen Hilfsfonds: »Kunst kennt keinen Shutdown« der Hamburgischen Kulturstiftung

und durch die Rechercheförderung der Hamburger Behörde für Kultur und Medien.